Jeder Arbeitnehmer hat bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf die Erteilung eines schriftlichen Arbeitszeugnisses. Inhaltlich wird zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis unterschieden.

  • Das einfache Arbeitszeugnis enthält lediglich Angaben zu Art und Dauer der ausgeübten Beschäftigung sowie zur Person des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers.
  • Das qualifizierte Arbeitszeugnis umfasst neben den Inhalten des einfachen Arbeitszeugnisses auch Angaben über die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers.

Der Arbeitnehmer hat grundsätzlich ein Wahlrecht zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis.

Ein Arbeitszeugnis muss den Grundsätzen der Vollständigkeit, der Wahrheit und der wohlwollenden Beurteilung entsprechen. Dabei hat der Arbeitgeber einen Ermessensspielraum, den er jedoch sachgerecht ausüben muss.

Die nachstehende Tabelle beinhaltet Formulierungsvorschläge für ein qualifiziertes Zeugnis, sortiert nach Notenstufen.

Kategorie Typische Kriterien/Begriffe Note
Arbeitsbefähigung
  • Auffassungsgabe
  • Denk- und Urteilsvermögen
  • Fähigkeit zu Problemlösung
  • Umsetzung theoretischer Kenntnisse in der Praxis
Arbeitsergebnis
  • Umsatzzahlen
  • Gewinnung von Neu-Kunden
  • Stückzahl bei Produktion
  • Einhaltung von Vorgaben
  • Erreichung von Zielvorgaben
  • Qualität der Ergebnisse
Arbeitsweise
  • Sorgfalt
  • Zuverlässigkeit
  • Umsichtigkeit
  • Genauigkeit
  • Zielstrebigkeit
  • Arbeitssystematik
  • Wirtschaftlichkeit/Sparsamkeit
  • Arbeitstempo
  • Effizienz
Belastbarkeit
  • Körperliche und/oder seelische Belastbarkeit
  • Stress-Resistenz
Erfolgsbeispiele
(Hat der Arbeitnehmer eine ihm übertragene Aufgabe besonders gut gemeistert, kann dies in das Zeugnis aufgenommen werden.)
siehe auch unter "Arbeitsergebnis"
Fachwissen
  • Fachwissen
  • Berufserfahrung
Führungsstil
  • Größe des zu führenden Teams
  • Fähigkeit zur Motivation
  • Durchsetzungskraft/Führungserfolg
  • Organisation und Delegation von Aufgaben
  • Umgang mit Konflikten
Leistungsbereitschaft
  • Eigeninitiative
  • Motivation
  • Engagement
Sozialverhalten
  • Fairness
  • Höflichkeit
  • Respektvoller Umgang mit Anderen
  • Hilfsbereitschaft
  • Aufrichtigkeit
  • Kollegialität
  • Zusammenarbeit/Kooperation
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Vertrauenswürdigkeit
  • gute Umgangsformen
Weiterbildung
  • vom Arbeitgeber veranlasste Fortbildungsveranstaltungen
  • vom Arbeitgeber angebotene, aber freiwillige Fortbildungsveranstaltungen
  • Fortbildung auf Eigeninitiative (u.U. auch privat finanziert)
Zuverlässigkeit/Ehrlichkeit
Schlussformel
  • Dank für geleistete Arbeit
  • Bedauern über Ausscheiden
  • Gute Wünsche für die Zukunft
Es bleibt dem Arbeitgeber selbst überlassen, welche Formulierungen er im Zeugnis wählt. Entscheidend ist, dass der Leser nicht darüber im Unklaren gelassen wird, wie der Arbeitgeber die Leistung des Arbeitnehmers bewertet. Die hervorgehobenen Begriffe können sich unmittelbar bei der Leistungsbeurteilung auswirken.